ADFC vergibt Zertifikat »Fahrradfreundlicher Arbeitgeber«

19.04.2017
Die Medaillien für »Fahrradfreundliche Arbeitgeber« gibt es in Gold, Silber und Bronze.
Die Medaillien für »Fahrradfreundliche Arbeitgeber« gibt es in Gold, Silber und Bronze.

Der ADFC (Allgemeine Deutsche Fahrrad Club) bietet ein neues EU-weites Zertifikat für fahrradfreundliche Arbeitgeber. Dazu gehört auch eine beratende Website mit einem Selbsttest, der Unternehmen hilft, in das Fahrrad-Thema einzusteigen.

<--break->Sophia-Maria Antonulas, Projektleiterin beim ADFC-Bundesverband: »Wer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern optimale Bedingungen dafür bietet, öfter mal das Auto stehen zu lassen und mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen, profitiert mehrfach: Radfahrende Arbeitnehmer sind nachgewiesenermaßen gesünder, zufriedener und motivierter als solche, die inaktiv ins Büro kommen. Fahrradfreundliche Arbeitgeber sind außerdem sehr attraktiv für gut ausgebildete Nachwuchskräfte – und sparen bares Geld durch geringere Infrastrukturkosten wie zum Beispiel für Auto-Parkplätze.«

Drei Schritte zur Zertifizierung
Um das Zertifikat zu bekommen, können interessierte Unternehmen und öffentliche Arbeitgeber zunächst mit dem Selbsttest herausfinden, ob eine Zertifizierung möglich ist. Im nächsten Schritt kann man den Betrieb zum Audit anmelden. ADFC-Auditoren im ganzen Bundesgebiet beraten über Möglichkeiten der Optimierung und überprüfen vor Ort die Angebote. Bei positivem Ergebnis des Audits erhält der Betrieb das Qualitätssiegel »Zertifizierter Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ in Bronze, Silber oder Gold. Die Zertifizierung ist für drei Jahre gültig. Als fahrradfreundliche Betriebe zertifiziert sind bereits Roche Diagnostics, Ortlieb, ebmpapst, EvoBus, Blue Bite und andere.

Was einen Betrieb fahrradfreundlich macht
Grundvoraussetzung für die Zertifizierung ist die Benennung eines betrieblichen Mobilitäts-/Radverkehrskoordinators als zentraler Anlaufstelle. Bewertet wird die Fahrradfreundlichkeit in sechs Aktionsfeldern. Punkte bringen beispielsweise die Teilnahme an der Kampagne »Mit dem Rad zur Arbeit«, regelmäßige Aktionen wie »Radlerfrühstück«, individuelle Streckenberatung oder Betriebsausflüge mit dem Rad. Im Bereich Infrastruktur zählen Fahrradparkplätze, die überdacht, beleuchtet, barrierefrei gestaltet und nah am Eingang gelegen sind. Mit Umkleidemöglichkeiten und Duschen lassen sich weitere Punkte sammeln. Im Bereich Service wird auf Angebote für die Fahrradreparatur, saisonale Fahrrad-Checks oder die Anschaffung von Diensträdern geachtet. Im Bereich Koordination können Arbeitgeber mit dem Einsatz von Rädern, Lastenrädern oder Fahrradanhängern in der eigenen Logistik punkten. Zertifizierungsrelevant sind auch vergünstigte Angebote für alternative Mobilitätsformen, also für ÖPNV, Bahn und Car- oder Bike-Sharing. Bei Firmen oder Einrichtungen mit Kundenbetrieb wird positiv bewertet, wenn es Fahrradparkplätze und Fahrrad-Motivationsprogramme für Kunden gibt.

Zwei Tage weniger krank, schlanker und glücklicher
Der ADFC zitiert die Studie »Mobilität und Gesundheit“ von EcoLibro und der AG Mobilitätsforschung der Universität Frankfurt: Die hat ergeben, dass Arbeitnehmer, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, durchschnittlich zwei Tage pro Jahr weniger krank sind, als solche, die das Auto oder den Personennahverkehr wählen. Dabei ist es für den Gesundheitseffekt besonders günstig, wenn man sich ganzjährig für den aktiven Arbeitsweg entscheidet, reine »Sommerradler« haben bei den Krankheitstagen kaum positive Effekte. Auch auf den Body-Mass-Index (BMI) wirke sich der aktive Arbeitsweg positiv aus: Ganzjahres-Radler hätten einen durchschnittlichen BMI von 24, Autofahrer dagegen liegen bei 26. Forscher hätten außerdem nachgewiesen, dass bei Ganzjahresradlern das Wohlbefinden am höchsten ist – sie haben einen »Well-Being-Score« von 61 im Vergleich zu 55 bei den Autofahrern und 52 bei den ÖPNV-Nutzern.

www.fahrradfreundlicher-arbeitgeber.de
http://www.ecolibro.de/fileadmin/images/ecolibro/downloads/BROSCHUERE_Mo...
vz/Fotos: ADFC

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