ADFC will auf heute startendem Vivavelo-Kongress Tacheles reden

16.04.2018
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Heute (Montag 16. April) treffen beim Vivavelo-Kongress 2018 (16. – 17.4.) in Berlin Fahrradwirtschaft und Verkehrspolitik aufeinander. Wie der RadMarkt bereits berichtete wird Cem Özdemir als Vorsitzender des Bundestags-Verkehrsausschusses die Veranstaltung eröffnen. Auf dieser wird ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork mit Blick auf die Mobilitätswende durch mehr Radverkehr Tacheles reden. Zentrale Forderung des ADFC: eine Qualitätsoffensive für den Radwegebau und physisch geschützte Radfahrstreifen bei starkem Kfz-Verkehr.

Fakt ist laut Stork folgender: »Deutschland will mehr Radverkehr – aber was den Radfahrerinnen und Radfahrern hierzulande als Infrastruktur angeboten wird, ist nur etwas für ganz Hartgesottene – alle anderen schreckt es eher vom Radfahren ab. Ältere Radwege sind meist nur handtuchbreit, vom Fußweg nicht sauber getrennt, ausser Sichtweite des Autoverkehrs und gefährlich zerschlissen. Als ‚Radwege‘ neueren Datums werden schmale Streifchen oder Piktogramme auf die Fahrbahn gepinselt, auf denen man regelmäßig bedrohlich eng überholt wird und die zu allem Übel noch permanent zugeparkt werden. Farbe ist keine Infrastruktur! Alle Metropolen weltweit, die es ernst meinen mit der Fahrradförderung haben das verstanden! Wir brauchen eine Qualitätsoffensive, neue Designstandards und mehr Platz für großzügige und sichere Fahrrad-Infrastruktur für alle! Dann klappt’s auch mit der Mobilitätswende!«
Angeregt durch neuere Infrastruktur-Konzepte aus den USA hat der ADFC das Konzept der »Protected Bikelanes« für Deutschland vorgeschlagen. Zentraler Gedanke: »Die Radspur durch eine Pufferzone und eine physische Barriere - Betonelemente, Poller oder Blumenkübel - vom Autoverkehr zu trennen – und sie damit vor dem Überfahren und Zuparken zu schützen.«
Hierzu hat der ADFC jetzt ein „Positionspapier Geschützte Radfahrstreifen“ mit Designvorschlägen und vielen internationalen Beispielen herausgegeben. Dazu noch einmal Burkhard Stork: »Fahrrad-Infrastruktur muss für alle funktionieren – besonders auch für Kinder, Senioren und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Geschützte Radfahrstreifen und ein rücksichtsvolles Verkehrsklima sind dafür die besten Voraussetzungen.«
Das vollständige Programm des heute startenden zweitätigen Vivavelo-Kongresses finden sie über www.vivavelo.org/kongress.

Text: Jo Beckendorff/ADFC

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