Autozulieferer IFA Rotorion aus Sachsen-Anhalt wird Mifa kaufen

12.12.2014

Wie diverse Finanznachrichten-Dienste bereits gestern in der Früh (11. Dezember) meldeten, unterstützt das Land Sachsen-Anhalt den insolventen Fahrradproduzenten Mitteldeutsche Fahrradwerke AG (Mifa) mit einer Landesbürgschaft. Diese Entscheidung ist laut Regierungssprecher Matthias Schuppe am Vortag (Mittwoch 10. Dezember) vom Kabinett getroffen worden. Mit diesem zugesagten Millionenkredit im Rücken soll das Sangerhausener Unternehmen „eine neue Chance mit einer neuen Führung“ bekommen. Mit dieser Entscheidung sind auch die Weichen für eine Rettung des zahlungsunfähigen Fahrradproduzenten gestellt. Der Käufer kommt laut diverser Meldungen vom gestrigen Nachmittag aus der Autozulieferer-Branche. Der finale Vollzug wurde zum Zeitpunkt dieses Schreibens allerdings noch nicht von Insolvenzverwalter Lucas Flöther und seinem Team offiziell bestätigt...

Laut gestrigen Medienberichten, die ab Mittag unter anderem durch das Netz schwirrten, hat der Gläubigerausschuss den Mifa-Kauf durch einen Unternehmer aus Sachsen-Anhalt bereits zugestimmt. Käufer der insolventen Mifa ist laut einer gestrigen Meldung (unter anderen in der Online-Ausgabe des Handelsblatts) der Autozulieferer IFA Rotorion aus Haldensleben. Der nordwestlich von Magdeburg und etwa 120 Kilometer nördlich von der Mifa-Zentrale in Sangerhausen gelegene Zulieferer soll den Zuschlag erhalten haben.
Komplett draußen ist damit auch Mifa-Investor Carsten Maschmeyer. Der hatte im Oktober noch weitere finanzielle Unterstützung generell zugesagt. Seine Anteile gingen nun an den neuen Käufer.
IFA Rotorion wurde 1992 von der Treuhand via Management-Buy-Out (MBO) an den Unternehmer Heinrich von Nathusius verkauft. Heute beschäftigt das Unternehmen weltweit an die 2.200 Mitarbeiter. Seit Juli dieses Jahres wird es von Heinrich von Nathusius’ Sohn Felix gelenkt.
In der Autoindustrie hat sich IFA Rotorion als Zulieferer vorderer und hinterer Längswellen einen Namen gemacht. Das Unternehmen gilt als eines der weltweit größten Hersteller von Kardanwellen. Es werden aber auch andere Komponenten wie Gelenke für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge produziert. Mehr Info zu dem Unternehmen siehe www.ifa-rotorion.de.
Das Team um Insolvenzverwalter Lucas Flöther wollte gestern noch keine Angaben zum Verkauf herausgeben. Es ist davon auszugehen dass Flöther erst dann Vollzug meldet, wenn die Unterschriften tatsächlich unter dem Vertrag stehen. Das war zumindest gestern noch nicht der Fall.
Besonders erleichtert äußerte sich schon die Politik. Gegenüber den MDR erklärte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Hartmut Möllring: "Ein privater Unternehmer aus Sachsen-Anhalt ist angetreten, mit privatem Geld. Die Investitionsbank geht ins Risiko und da ist das Land auch ins Risiko gegangen." Und fasste das zurückliegende Mifa-Dilemma noch einmal wie folgt zusammen: "Das schlimme bei Mifa war, dass es nicht an der Belegschaft und nicht am Produkt gelegen hat, sondern ganz offensichtlich am Management. Da wird jetzt ein erfahrenes Management eingesetzt. Das Produkt ist gut, die Fachkräfte sind gut. Deshalb musste alles getan werden, um diesen Standort zu erhalten."

Text: Jo Beckendorff


 

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