Deutsche Bahn startet innovatives Nahverkehrs-Projekt

13.10.2017
Ioki mit v.l.n.r. On-Demand-Shuttle, autonomer Elektrobus, E-Tuktuk

Die Deutsche Bahn (DB)  – über ihre Tochter DB Rent unter anderem auch Mutter des deutschen Mietrad-Systempioniers Call a Bike – will ihr öffentliches Nahverkehrs-Angebot mit einem E-Tuktuk, einem E-Auto sowie einem in naher Zuknft selbst fahrenden Kleinbus ausbauen. Der offiziell vorgestern (11. Oktober) vorgestellte App-basierte neue Geschäftszweig läuft unter dem Markennamen Ioki, wird derzeit im bayrischen Bad Birnbach getestet und soll bereits im kommenden Jahr im großen Stil in Hamburg »die individuell öffentliche Mobilität ermöglichen«.

Ioki ist Teil der Digitalisierungsoffensive der DB, die die Entwicklung neuer, vernetzter, klimaschonender Mobilitätsangebote umfasst, die den Schienenverkehr sinnvoll ergänzen. Mit Ioki will die DB »On-Demand-Mobilität und autonomes Fahren in den öffentlichen Verkehr zu bringen«. »Mit Ioki geben wir schon heute Antworten auf die Mobilitätsnachfrage von morgen«, erklärte DB-Personenverkehrs-Vorstand Berthold Huber, »unsere Vision ist es, unsere Angebote noch stärker an den individuellen Bedürfnissen unserer Kunden auszurichten, damit sie ihre täglichen Wege einfacher und flexibler gestalten können – ohne eigenes Auto, jederzeit auf Abruf, digital buchbar, in der Stadt wie auf dem Land und mit Anschluss an die Schiene.«
Ioki soll als Komplettdienstleister für neue Mobilitätsformen auf der Straße loslegen. »Das 40-köpfige Team aus IT- und Verkehrsexperten, Entwicklern und Produktdesignern analysiert für Städte, Kommunen und Verkehrsunternehmen den Bedarf, begleitet behördliche Genehmigungsprozesse und bietet Kundenlösungen aus einer Hand: Von passgenauen Fahrzeug- und Routenkonzepten bis hin zu digitalen Plattformen, über die Fahrgäste die neuen Services nutzen können«, heißt es bei der DB.
Konkret in die Umsetzung geht Ioki nach dem in diesem Monat eingeläuteten Projekt-Betriebsstart in Bad Birnbach. Im kommenden Jahr soll dann zuerst in Hamburg losgelegt werden. Im Rahmen der Smart City-Partnerschaft zwischen der DB und der Hansestadt Hamburg wird dann ein fahrerbasierter Shuttleservice mit 100 Fahrzeugen und Anschluss an den ÖPNV getestet: »Dieser folgt dem Ridesharing-Prinzip, das heißt mehrere Fahrgäste teilen sich ein Fahrzeug, das digital per Smartphone-App buchbar ist. Zudem bekommt Hamburg auch ein Testfeld mit Bahnhofsanschluss für autonom verkehrende Elektrobusse«.

DB benennt fünf Fakten, die ihre neue Marke Ioki ausmachen:
1) Mit Ioki bringt die Deutsche Bahn On-Demand-Mobilität und autonomes Fahren in den öffentlichen Verkehr
Ioki bietet alle Services aus einer Hand, um Dritte - etwa Städte oder kommunale Aufgabenträger - in die Lage zu versetzen, unter eigenem Namen On-Demand-Mobilitätsangebote im öffentlichen Verkehr zu betreiben. Zudem integriert die DB unter dem Dach von Ioki autonomes Fahren auf der Straße in den öffentlichen Verkehr.
2) Ioki entwickelt Lösungen für Metropolen und den ländlichen Raum
Gerade in ländlichen Gebieten mit geringer Bevölkerungsdichte besteht großes Potential mit On-Demand-Lösungen den Öffentlichen Verkehr nachhaltiger und effizienter zu gestalten und individuelle Mobilität ohne eigenes Auto zu ermöglichen.
3) Ioki setzt schon heute Pilotprojekte zu On-Demand-Mobilität und autonomem Fahren konkret um
• Nach ersten Testbetrieben in Berlin und Leipzig folgt noch im Oktober der erste autonom verkehrende Linienbusverkehr in Bad Birnbach.
• Im Rahmen der Smart City-Partnerschaft der DB mit der Freien und Hansestadt Hamburg setzt Ioki 2018 einen fahrerbasierten On-Demand-Shuttleservice mit ÖPNV-Anschluss sowie ein Testfeld für einen autonomen Busverkehr in Hamburg um.
4) Ioki nutzt state-of-the-art Technologien und Fahrzeuge
Ioki setzt auf die innovativsten auf dem Markt erhältlichen Fahrzeugkonzepte und Technologien, um seine Produkte und Lösungen zu entwickeln. Diese werden technologisch so umgesetzt, dass sie flexibel auf die spezifischen Einsatzzwecke der Kunden von Ioki angepasst werden können.
5) Ioki leistet gemeinsam mit seinen Partnern Pionierarbeit bei Rahmenbedingungen und Zulassung autonomer Verkehrsangebote
Derzeit gibt es keine standardisierten Verfahren zur Zulassung hoch-automatisierter bzw. autonomer Verkehrsangebote. Gemeinsam mit Partnern aus Industrie, Wissenschaft und Politik arbeitet Ioki an der Weiterentwicklung dieser Systeme sowie der regulatorischen Grundlagen. Bis spätestens 2025 strebt Ioki die ersten regulär betriebenen autonomen Verkehrsangebote an.

Bei den Fahrzeugen setzt man auf eine Mischflotte aus herkömmlichen und E-Fahrzeugen. Der vorgestellte autonome Kleinbus soll in der Zukunft auch ohne Fahrer auskommen. Das E-Auto kommt genauso wie das präsentierte E-Tuktuk mit von Fahrern gelenkte Sammeltaxis zum Einsatz.
Weitere Informationen zu Ioki gibt es unter www.ioki.com.

- Jo Beckendorff/DB, Foto: DB

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