Dumping-Beschwerde: Bafang wehrt sich gegen EBMA-Vorwürfe

14.11.2017
Bafang »M400«-Mittelmotor-Produktion

Die Branchenstimmen aus China mehren sich gegen die von dem Europäischen Fahrradindustrie-Verband EBMA vorgetragenen Vorwürfe der »unter Preis verkauften E-Bike-Importe aus China in den EU-Markt«. Dazu gehört auch E-Mobilitäts-Komponenten- und E-Bike-Antriebs-Produzent Bafang Electric (Suzhou) Co., Ltd. In einem offenen Brief wehrt sich der Anbieter, der seit 2012 auch mit seiner eigenen Niederlassung Bafang Electric Motor Science-Technology B.V. aus den Niederlanden heraus den europäischen E-Bike-Markt beackert, gegen die seiner Meinung nach haltlos vorgetragenen Fakten. Die seien, was Bafang betrifft, größtenteils falsch und beruhten auf ungeprüften Behauptungen.

Ein kurzer Blick zurück: Am 2. Oktober hatte EBMA eine offizielle Beschwerde bei der zuständigen EU-Kommission gegen die wachsende Zahl von E-Bike-Billigimporten aus China eingereicht. Am 20. Oktober reagierte die zuständige EU-Kommission zur Freude der EBMA mit dem Hinweis eine diesbezügliche Untersuchung einzuleiten.
Vor allem wehrt sich Bafang gegen den allgemein geäußerten EBMA-Vorwurf einer angeblich vom Staat in dessen 12. und 13. Fünfjahres-Plänen fest gelegten stark subventionierten Förderung. Die würde gewährt, um schnellstmöglich mit den hochwertigen Produkten der europäischen Anbieter wie Bosch konkurrieren zu können. Damit hat man laut Bafang ohne jeglichen Beweis Behauptungen aufgestellt, die einfach nicht stimmen würden. Mehrere in der EBMA-Beschwerde gegen Bafang vorgetragene Vorwürfe wären nachweislich falsch.
Somit macht der chinesische Anbieter auch klar: Man habe das E-Bike-Geschäft bereits 1999 betreten – also lange Zeit bevor bekannte europäische E-Bike-Antriebsanbieter diesen Markt für sich entdeckten (Anmerkung des Autors: Damals allerdings nicht mit der in Europa von Bosch ausgelösten bevorzugten Mittelmotor-Lösung). Seit fast 15 Jahren habe man viele Veränderungen und Herausforderungen in der E-Bike-Entwicklung in China und Europa miterlebt. In all diesen Jahren hat sich Bafang auch zu einem wichtigen globalen Produzenten und Anbieter von E-Bike-Antrieben und –Komponenten entwickelt (Anmerkung des Autors: unter anderem auch mit leistungsstarken Mittelmotor-Lösungen). Überhaupt habe EBMA »ein unvollständiges, verzerrtes und einseitiges Verständnis von der Geschichte der Pedelec-Entwicklungen seitens der chinesischen E-Bike-Industrie«. Die Initiativzündung in China seien vor vielen Jahren E-Mopeds gewesen: »Die technischen Lösungen sind denen der aktuellen europäischen E-Pedelecs und E-Bikes sehr ähnlich.«
Und weiter: »Über all die Jahre hat sich die chinesische E-Bike-Industrie als Fahrrad- und Komponenten-Produzent zu einer traditionellen Industrie mit ausgereiften Basistechnologien entwickelt. Wesentliche Veränderungen sind derzeit die Umsetzung eines zeitgemäßen und international anerkannten Industrie-Designs sowie die Integration von Internet- und Smartphone-Technologien. Diese Entwicklungen sind ausschließlich das Ergebnis von Marktwettbewerb, Angebot und Nachfrage.«

Text: Jo Beckendorff, Fotos: Bafang

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