E-Bike-Importeurkollektiv contra EBMA-Beschwerde

01.12.2017
EU-Flaggenbild

Am 26. November hat der europäische Arm des internationalen E-Leichtfahrzeug-Lobbyverbandes Leva (Light Electric Vehicle Association) im Namen eines europäischen Importeurkollektivs von E-Bike-Anbietern, das so bisher noch nicht öffentlich in Erscheinung getreten ist, ihre Sichtweise an die für den Anti-Dumping-Strafzoll auf E-Bike-Importe aus China verantwortliche EU-Kommission geschickt. Anders als der Europäische Fahrradproduzenten-Verband EBMA, auf dessen Betreiben eine erneute EU-Untersuchung in Sachen »unter Preis verkaufte E-Bike-Importe aus China« Richtung Strafzoll gerade zugelassen wurde, sehen die E-Bike-Importeure in der EBMA-Beschwerde keinen Anlass und Grund, einen etwaigen Anti-Dumping-Strafzoll zu verhängen.

Ganz im Gegenteil: Wenn der Konsument durch handelsbeschränkende Maßnahmen und mangelnden Wettbewerb in seiner Auswahl eingegrenzt würde, könnte das dazu führen, dass er sich von dem Thema E-Bikes abwendet anstatt weiter auf nachhaltige Mobilität zu setzen.
Insgesamt stehen 21 E-Bike-Importeure aus sieben EU-Mitgliedsstaaten hinter den nun an die EU-Kommission gesendeten Brief. In ihrem Aufruf tragen sie mehrere Gegenargumente zur am 2. Oktober von der EBMA an die EU gesandte Beschwerde zusammen.
Laut Leva-EU besteht das hinter diesem Brief an die EU stehende Kollektiv »aus einer Gruppe europäischer Importeure, von denen einige schon seit vielen Jahren im Markt sind«. Sie alle würden die Absicht und Bemühungen eines soliden, erfolgreichen und wachsenden Geschäfts teilen. Deshalb hätten sie zu einigen China-Produzenten und –Lieferanten langfristige Geschäftsbeziehungen aufgebaut. In ihrem Brief geben sie der echten Sorge um ihr Geschäft eine Stimme. Wenn die EU nach der EBMA-Beschwerde und folgender Untersuchung tatsächlich einen Strafzoll auf E-Bikes aus China verhängen würden, sehen sie die Zukunft ihres Geschäfts in Gefahr.
In ihrer Beschwerde hätte die EBMA »Äpfel mit Birnen« verglichen. So würde der europäische Fahrradproduzenten-Verband zum Beispiel die Schweiz als vergleichbaren Markt ins Spiel bringen – und die EU-Kommission diesem Vergleich folgen. Das Importeurkollektiv bringt dann noch viele andere Zahlen und Statistiken ins Spiel, die die in der EBMA-Beschwerde vorgetragenen Daten konterkarieren und belegen sollen, dass Chinas E-Bike-Produzenten nicht unter Preis verkaufen.
Letztendlich betont Leva-EU, dass besagtes Importeurkollektiv einen tiefen Glauben in das Thema E-Bike und andere E-Leichtfahrzeuge als nachhaltiges Mobilitätsprodukt sowie in der damit verbundenen Verbesserung des öffentlichen Gesundheitswesens, dem Klimaschutz, der Ökologisierung der Wirtschaft und der Schaffung von Arbeitsplätzen hat.

Text: Jo Beckendorff/Leva-EU, Foto: EU

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