Fahrrad-Monitor Deutschland 2017: Radfahrer fühlen sich nicht sicher

27.09.2017
Oft wird es eng: Im Mischverkehr fühlen sich 85 Prozent der Radfahrenden unsicher.

Die Bundesregierung tut zu wenig für den Radverkehr, das finden 87 Prozent aller für den »Fahrrad-Monitor Deutschland 2017« online befragten Bundesbürger. Die vor kurzem vom Bundesverkehrsministerium vorgestellte repräsentative Befragung zeigt auch, dass das Fahrrad von jedem dritten Bundesbürger (34 Prozent) regelmäßig genutzt wird, aber die Hälfte aller Radfahrenden (47 Prozent) sich dabei nicht sicher fühlt.

Die meisten Radler (85 Prozent) fühlen sich beim notgedrungenen Fahren auf der Kfz-Fahrbahn (»Mischverkehr«) unsicher, »Zu viel Verkehr« gaben 71 Prozent als Grund an, »zu wenig separate Radwege« 70 Prozent, »rücksichtslose Autofahrer« 65 Prozent und »zu schnelles Fahrtempo« 59 Prozent.
An die Politik werden konkrete Forderungen gestellt, zum Beispiel: Mehr Radwege bauen (63 Prozent), sichere Fahrradabstellanlagen schaffen und die Trennung der Radfahrenden von den Fußwegen (beide 55 Prozent). Die Trennung von Auto und Fahrrad auf den Straßen findet am meisten Zustimmung. 61 Prozent bevorzugen abseits vom Verkehr geführte selbständige Radwege und 46 Prozent von der Fahrbahn baulich getrennte Radwege für ein besseres Sicherheitsgefühl.
Der ADFC fühlt sich mit diesen Zahlen in seiner Bilanz bestätigt. ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: »Die Bundesregierung hat sich sträflich lange auf die Position zurückgezogen, dass der Radverkehr sie eigentlich nichts angeht. Spätestens seit der Diesel-Krise wissen wir: Das tut er doch! Wir erwarten vom nächsten Bundesverkehrsminister ein großdimensioniertes Förderpaket für den Radverkehr und verbindliche Qualitätsstandards für Radwege, die diesen Namen auch verdienen!«
Die repräsentative Online-Befragung »Fahrrad-Monitor Deutschland 2017« wurde vom Marktforschungsinstitut Sinus im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums im Juni 2017 durchgeführt. Befragt wurden 3.156 Deutsche zwischen 14 und 69 Jahren.
Foto: ADFC/Gerhard Westrich
Grafiken: Sinus



 

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