Internetstores-Mehrheitseigner Signa auf Immobilien-Einkaufstour

13.11.2017
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Die RFR Holding GmbH (RFR) – Teil der den beiden deutschstämmigen Immobilien-Investoren Michael Fuchs und Aby Rosen gehörenden RFR-Gruppe in den USA – hat für eine Summe von rund 1,5 Milliarden Euro fünf herausragende deutsche Immobilien in Berlin, Hamburg, Frankfurt und München an Signa Prime Selection AG verkauft. Mit der Unterschrift wurde Deutschlands größter Immobilien-Deal des Jahres besiegelt.

Der Käufer Signa Prime Selection AG gehört zur Signa Real Estate - der Immobiliensparte der österreichischen Sigma Holding GmbH. Seit Gründung im Jahr 2010 hat sich Signa Prime eigenen Angaben zufolge zu einer der größten Immobilien-Aktiengesellschaften Europas entwickelt. Zum Signa Prime-Portfolio zählen unter anderem Immobilien-Ikonen wie das KaDeWe in Berlin, das Alsterhaus in Hamburg, der Oberpollinger und die Alte Akademie in München sowie das Park Hyatt und das Goldene Quartier in Wien.
Mit dem jetzigen sogenannten »Trophy Assets«-Verkauf seitens RFR an Signa Prime gesellen sich folgende fünf hochwertige deutsche Immobilien zum Portfolio der jungen Immobilien-AG:

- das Hochhaus »Upper West« in Berlin
- das »Kaufmannshaus« in Hamburg
- die »Alsterarkaden« in Hamburg
- die Projektentwicklung »Upper Zeil« in Frankfurt
- die 50 Prozent RFR-Beteiligung am Projekt Karstadt am Münchner Hauptbahnhof (die andere Hälfte war bereits in den Händen von Signa Prime Selection)

Warum wir das alles schreiben? Die einst vom österreichischen Unternehmer René Benko gegründete Wiener Signa Holding GmbH – Mutter von Signa Real Estate – ist nicht nur ein Immobilienunternehmen, sondern betreibt mit ihrem zweiten Geschäftszweig Signa Retail große Handelsbeteiligungen in Deutschland. Das Geschäft von Signa Retail unterteilt sich wiederum in vier Bereiche.
Die Signa Premium Group lenkt die stationäre Luxus-Warenhausgruppe KaDeWe-Gruppe. Zu ihr gehören das KaDeWe in Berlin, der Oberpollinger in München sowie das Alsterhaus in Hamburg. Außerdem gesellt sich seit diesem Jahr die übernommene Online-Fashion-Mall Mybestbrands dazu.
Die Signa Sports Group ist Eigentümer von Karstadt Sports und hält Mehrheitsanteile an E-Commerce-Anbeitern wieder dem Fahrrad- und Outdoor-Online-Händler Internetstores GmbH (Addnature, Bikster, Brügelmann, Campz, Fahrrad.de etc.), dem Tennis-Online-Händler Tennis Point, dem Fußball-, Laufsport- und Mannschaftssportarten-Online-Händler Outfitter sowie Probikeshop, dem führenden Online-Fahrradhändler in Frankreich und Südeuropa.
Die Signa Department Store Group betreibt wiederum 79 Niederlassungen an Triple-A-Standorten in Deutschland (Benko hatte die Karstadt-Warenhäuser 2015 übernommen), die mehr als 1.200 Marken vertreiben und jährlich über 2 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften. Zusammen mit den Internet-Plattformen karstadt.de, dress-for-less, hood.de und weiteren zusätzlichen Übernahmen und Partnerschaften möchte die Gruppe eigenen Angaben zufolge »zu einem ‚Marktplatz der Zukunft’ werden, der die On- und Offline-Shopping-Angebote miteinander kombiniert«.
Die Signa Food & Restaurants Group gehört zu den größten sogenannten »Quick-Service«-Plattformen auf dem deutschen Markt. Zum Portfolio gehört neben Le Buffet auch das Joint Venture mit Eataly.  Die Gruppe positioniert sich laut Signa »als innovativer Dienstleister auf dem europäischen Markt für Lebensmittel. Auf der Grundlage ihres betrieblichen Know-hows wird sie mithilfe von Übernahmen und Master-Franchisevereinbarungen/Joint Ventures mit schnellen Dienstleistungskonzepten weiter wachsen«.

Text: Jo Beckendorff

 

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