Marke Rossignol: Hartware Ski und Bike

10.08.2017
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Nachdem die einstige Wintersport-Gruppe Rossignol Group ihre Fahrradaktivitäten ausgebaut hat – Ende 2015 übernahm sie Bike- und Zubehör-Anbieter Time Sport International, im ersten Quartal diesen Jahres die US-Fahrradmarke Felt Bicycles – werden ab März 2018 und mit der Expertise von Felt im Rücken auch erstmals hochwertige Rossignol-Mountainbikes und -E-Mountainbikes in den Markt rollen. So wollen sich die Franzosen als erfolgreicher Ganzjahresanbieter im Sport- und Outdoor-Bereich positionieren. Zudem bieten sie damit ihren (Wintersport-)Händlern beste sommerliche Verkaufs- und Verleih-Geschäftsalternativen.

Bereits bei der Übernahme von Felt hatte Rossignol Group CEO Bruno Cercley erklärt, Radsport als eine ganz natürliche saisonale Erweiterung von Rossignols Geschäftsfeldern besonders unter Berücksichtigung der Zielgruppen, der geographischen Einsatzbereiche und Vertriebskanäle anzusehen: »Während wir weltweit an der kontinuierlichen Stärkung der Marke Felt arbeiten, werden wir unsere gemeinsame Expertise nutzen, um eine neue Reihe von Rossigniol-Mountainbikes im Jahr 2018 auf den Markt zu bringen.« Von E-Mountainbikes war damals allerdings noch nicht explizit die Rede.
Nach Markteinführung des E-Fatbike-Modells »7G« im vergangenen Winter sowie drei E-Bikes im Sommer 2017 weitet Rossignol nun sein Bike-Segment aus. Die Rossi-Bikerange 2018 umfasst fünf E- und neun klassische Mountainbikes. Das expandierte E-Bike-Sortiment feiert in der kommenden Saison unter dem Namen „E Track“ mit Mittelmotoren von Brose und Yamaha seine Premiere. Abgerundet wird dieses Angebot mit der nicht motorisierten Mountainbike-Linie »All Track«.
Was der bereits im Skiverleih-Geschäft bestens aufgestellte Anbieter vor allem im Auge hat: Er kann seinen Händlern und (deren) Verleihstationen ein durchgängiges Winter-Sommer-Sortiment anbieten. Dabei garantiert der Anbieter »nicht nur die hohe Leistungsfähigkeit der Produkte, sondern auch die gewohnte Service-Qualität das gesamte Jahr über«. Besonderes Plus: Händler können auch auf geringe Auftragsmengen setzen. Und: Der Vertrieb erfolgt in Deutschland, Österreich und der Schweiz über die einzelnen Länder.
Dazu sagt Hilmar Bolle in seiner Rolle als Country Manager der Rossignol Group Deutschland: »Nach unseren großen Erfolgen in den letzten Jahren mit den Marken Rossignol, Dynastar, Lange und Look im Hartwaren-Wintersegment und der positiven Entwicklung mit Rossignol-Textilien starten wir jetzt mit weiteren Kategorien im Bereich Outdoor, wie beispielsweise Rossignol Bike.« Damit positioniere sich nicht nur die Marke Rossignol, sondern die komplette Rossignol Group als Ganzjahresanbieter.
Anmerkung des RadMarkts: Mit Blick auf den Markennamen Look sei noch darauf hingewiesen, dass der Klickpedal-Pionier 1994 von Rossignol Group übernommen und in die zwei eigenständigen Unternehmen Look Fixations und Look Cycle aufgeteilt wurde. Während sich Look Fixations (Skibindungen) weiter in den Händen der Rossi Group befindet, ist Look Cycle (Fahrräder und Zubehör) unabhängig. Look Cycle hatte Anfang 2016 die Mehrheit an dem heimischen Karbon-Laufradproduzenten Corima übernommen.
Die zur Rossi Group gehörende Time Sport International ist indes ein Baby von Klickpedal-Erfinder Jean Beyl. Der französische Sportfachhändler hatte bereits 1951 das Skibindungs-Unternehmen Look gegründet. Dieses präsentierte 1984 das allererste Klickpedal für Fahrräder. Nachdem sich Beyl im Zuge der Weiterentwicklung mit dem Look-Team überwarf und das Unternehmen verließ, gründete er zusammen mit seinem Schwiegersohn Roland Cattin im Jahr 1986 Time Sport International. Nachdem Cattin 2014 verstarb, wurde Time Ende 2015 von Rossignol Group geschluckt. Jean Byel selbst war bereits 2008 verstorben. Sein Vater Alfred Beyl (1886 – 1977) war übrigens ein bekannter französischer Bahn- und Straßen-Rennradfahrer.
Rossignol Group selbst war 2005 von dem aus dem Surfbereich kommenden US-Freizeitbekleider Quicksilver Inc. geschluckt worden. Die Idee des einst in Australien gegründeten börsennotierten Unternehmens, sein Sommer- mit dem Wintergeschäft von Rossignol Group auszubalancieren, schlug fehl. Aus diesem Grund verkaufte Quicksilver die Rossi-Gruppe 2008 an den einstigen Rossignol-Vorsitzenden Bruno Cercley. Der versucht nun wiederum, das winterlastige Geschäft mit gezielten Investitionen in den Outdoor- (mit Rossignol-Bekleidung etc.) und Fahrradsport (mit Time, Felt und Rossignol Bike) auszugleichen.

Text: Jo Beckendorff, Fotos: Rossignol Group

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