Neue Marke South Point setzt auf kompakte Zweirad-Mobilität

12.09.2017
Han Goes (links) und Marc Sanders

Auf der Eurobike feierten Marc Sanders and Han Goes – zwei führende europäische Verfechter der urbanen kompakten E-Zweiradmobilität - mit dem Kompakt-Faltrad »Mk1« unter dem Markennamen South Point ihre Ausstellungspremiere. Warum es sich dabei nicht nur »um einen weiteren E-Falter« handelt, erklärte das Duo dem RadMarkt in Friedrichshafen.

Mit dem chinesischen Start-Up I-Riding (Xiamen) Technology Co., Ltd. im Rücken steckten Fahrrad-Designer Marc Sanders und Fahrrad-Consultant Han Goes ihre Köpfe zusammen - und erschufen ihre eigene Version eines kompakten E-Mobilitätsfahrzeugs für den Alltagsgebrauch, das laut Han Goes «für jeden erschwinglich sein sollte«.
Sanders und Goes Partner I-Riding hat bereits ein eigenes Pedelec kreiert. Das »EF-1« (steht für »Electric Folding«) rollt unter dem Markennamen Qicycle im China-Markt. Hinter dem jungen Start-Up I-Riding stehen diverse asiatische Investoren aus der IT-Branche. Als man mit dem Europa-Duo Sanders/Goes in Kontakt trat, fand der hinter Qicycle stehende Start-Up Gefallen an der Idee, an einem hochwertigeren Modell für den europäischen Markt zu arbeiten. »Was unter dem Arbeitstitel ‚EF-2‘ durchstartete, verwandelte sich in die Marke South Point mit dem hier präsentierten E-Modell ‚Mk1‘«, erklärte Goes am Soith Point-Premieren-Stand.
Marc Sanders – nicht nur Erfinder der legendären Kompakt-Falter »Strida« (heute in Händen von Ming Cycle) und IF Mode (heute in Händen von Birdy-Bauer Pacific Cycles), sondern zusammen mit Han Goes auch von dem kettenlosen Hybrid-Falter Mando Footloose aus Korea – meint, dass »E-Bikes ein großes Potential haben, das aber zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht von dem, was derzeit angeboten wird, ausgeschöpft wird. Die E-Power kommt immer noch oft als nachträglicher Einsatz hinzu – und weniger als ein integrales Design-Teil eines neuen Fahrrads. Da draußen gibt es viel Lärm. Der macht es für interessierte Mobilitätsradler schwer zu verstehen, was gerade erhältlich ist und wie es Deinen Alltag beeinflussen kann. Wir wollen uns gegen diesen Lärm behaupten.«
Sowohl für Goes als auch Sanders ist »kompakte E-Mobilität eine neue Fahrrad-Kategorie, welche die Art, wie wir uns derzeit durch die Stadt bewegen, verändern wird. Sie kombiniert die Freude am leichten E-Bike-Fahren mit der Flexibilität eines Faltrads, das man überall mit hinnehmen und Diebstahl-sicher indoor aufbewahren kann.
Darum habe man das »Mk1« von South Point für einen Preis kreiert, der es für jeden bezahlbar mache (unter 1.500 Euro): »E-Mobilität sollte preislich nicht durch die Decke gehen.« In den kommenden Monaten würde man in Amsterdam ein europäisches South Point-Büro eröffnen. Dieses soll seine Fühler nach etwaigen Geschäftspartnern für diesen »von Design und Engineering europäisch angehauchten kompakten E-Falter ‚Mk1’« ausstrecken.
»Mk1« setzt auf einen aus zwei Hälften von einem Roboter zusammengeschweißten Alurahmen, in dem sowohl Batterie als auch Control-Unit Platz finden. Der kleine Vorderrad-Nabenmotor wird von Ananda nach Vorgaben von I-Riding produziert. Bei den 18-Zoll-Laufräder setzt man anstelle von Speichen auf größere Plastik-Discs. Zudem schaltet »Mk1« mit einer extra von Sun Race Sturmey-Archer entwickelten Vier-Gang-Nabenschaltung für Fahrräder mit kleinen Laufrädern.
Für Han Goes besonders wichtig: »Das ergonomische Design des 14,85 Kilogramm leichten E-Faltrads sorgt dafür, dass es von Menschen mit Körpergröße 150 bis 190 Zentimetern gefahren werden kann. Damit decken wir circa 90 Prozent der Weltbevölkerung ab.«
Im gefalteten Zustand misst »Mk1« gerade einmal 61 (Höhe) x 27 (Breite) x 55 (Tiefe) Zentimeter. Dabei stehen beide Laufräder parallel zueinander. Heißt laut Marc Sanders: » Es lässt sich gefaltet bestens rollen und muss nicht getragen werden.
Mehr Info über die zur Eurobike frei geschaltete Webseite www.southpointbikes.com.

Text/Foto: Jo Beckendorff

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