Bike 24: Lieferengpässe bremsen drittes Geschäftsquartal etwas ein

12.11.2021
Bike24.

Der seit diesem Jahr börsennotierte Dresdner E-Commerce-Bike-, Lauf- und Schwimmsport-Händler Bike24 Holding AG berichtet für sein drittes Verkaufsquartal des laufenden Geschäftsjahres 2021 zwar von einem guten Umsatzplus und einer weiterhin hohen Nachfrage Letzteres wurde allerdings im Vergleich zu den ersten zwei Verkaufsquartalen 2021 durch »eine anhaltend angespannte Situation des Beschaffungsmarktes« etwas ausgebremst.

In Zahlen: der Umsatz des dritten Verkaufsquartals konnte im Vergleich zu Juli bis September 2020 um 10,1 Prozent auf 64,3 Millionen Euro (aufgeteilt in 91 Prozent für Parts und Komponenten sowie 9 Prozent für Kompletträder) wachsen.
Für die ersten drei Verkaufsquartale des Jahres melden die Dresdner hingegen ein im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Vorjahres weitaus höheres Umsatzplus von 30,6 Prozent auf nunmehr 191,7 Millionen Euro.
Trotz Lieferengpässen guter Lagerbestand = gute Verkäufe
Mit Blick auf den erzielten Umsatzzuwachs in den der ersten neun Monaten 2021 verweist der Anbieter auf einen Bestellungsanstieg, der nicht zuletzt dank umsichtiger Einkaufspolitik und somit gut gefüllten Lager befriedigt werden konnte.« Schließlich habe man seinen Lagerbestand trotz Lieferengpässen im Jahresvergleich um 66 Prozent erhöhen können.
Allerdings stiegen auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen auf 24,4 Millionen Euro (01-09/2020: 16,2 Millionen Euro). Bike24 verweist in diesem Zusammenhang unter anderen auf die erhöhten Beratungskosten mit dem Börsengang.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich um 8,4 Prozent auf 18,8 Millionen Euro (01-09/2020: 17,3 Millionen Euro). Abzüglich der außerordent¬lichen Aufwendungen (betreffen vor allem Transaktionskosten im Zusammenhang mit dem Börsengang) in Höhe von 7,3 Millionen Euro betrug das bereinigtes EBITDA 26,1 Millionen Euro (01-09/2020: 19,5 Millionen Euro).
Nach Abzug von Zinsen und Steuern erwirtschaftete Bike24 ein Nettoergebnis von 4,2 Millionen Euro (01-09/2020: 2,7 Millionen Euro).
Orderfrequenz und Bestellvolumen wachsen
Erfreulich: die Anzahl aktiver Kunden betrug zum Stichtag 30. September 2021 799.057. Verglichen mit dem Vorjahresstichtag ist das ein Plus von 26,2 Prozent. Gleich¬zeitig erhöhte sich sowohl die Orderfrequenz als auch das Bestellvolumen.
Der Anteil an Bestellungen von wiederkehrenden Kunden – Stichwort Kundenloyalität - hat sich noch einmal auf 74,8 Prozent (Vorjahr: 73,3 Prozent) gesteigert.
Internationalisierung schreitet voran
Neben dem starken Geschäft im Kernmarkt Deutschland trug aber auch die erfolgreiche Entwicklung der internationalen Online¬-Shops zum Wachstum bei. Für das südeuropäische Logistikzentrum im Raum Barcelona habe man zwischenzeitlich einen geeigneten Standort identifiziert und entsprechende Mietverträge unterzeichnet. Nach vollständiger Fertigstellung Ende 2022 soll dieses »zusätzliche Kapazität für ein jährliches Umsatzvolumen von bis zu 180 Millionen Euro« bieten. Von dort aus soll in Zukunft der wachsende Kundenstamm in Süd¬ europa beliefert werden.
Über den Relaunch der Online-Shops hatten wir bereits berichtet.
Ausblick
Mit Blick auf die bisherigen Zahlen hat Bike24 auch noch einmal sein angestrebtes Wachstumsziel für das Gesamtjahr 2021 von bisher kommunizierten 23 bis 30 Prozent auf 24 bis 26 Prozent justiert. Laut den Dresdnern impliziert dieses Wachstumsziel für das vierte Quartal »ein Wachstum im niedrigen zweistelligen Bereich«. Anders ausgedrückt: trotz Weihnachtsgeschäfts wird es sich wahrscheinlich nur auf dem Niveau des dritten Quartals einpendeln.

Text: Jo Beckendorff, Abb.: Bike24
 

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