Cube: Höhe für geplantes Hochregal-Lager sorgt für Gesprächsstoff

15.06.2021
Fokus Hochregal-Lager: der Bereich der Planänderung im rosa Kreis.

Um ihren Wachstumskurs weiter fortsetzen zu können, plant die Cube-Produktionsgesellschaft Pending System GmbH & Co. KG an ihrem Stammsitz im oberpfälzischen Waldershof ein neues automatisiertes Hochregal-Lager, das in der Gemeinde mit ihren 4.300 Einwohnern für Gesprächsstoff sorgt.

Dabei steht weder die geplante Länge des Gebäudes von 160 Metern noch die Breite von 40 Metern zur Diskussion – dafür aber dessen Höhe von bis zu 50 Metern. Der anthrazitfarbene Cubus soll direkt an die bestehenden Gebäude des führenden deutschen Bikeanbieters gebaut werden.
Zum Vergleich: das höchste Haus im Ort ist nur halb so groß. Und der Kirchturm – der zumindest laut Meinung traditioneller Einwohner weiterhin das höchste Gebäude im Ort sein sollte - ist 34 Meter hoch.
Eigentlich ist die Idee des in-die-Höhe-Bauens (Stichwort Flächenversiegelung) ja auch im Sinne der bayrischen Politik. Genau daran will sich Pending System halten. Der Bau scheint durch seine Höhe aber auch buchstäblich seine Schattenseiten zu haben.
Somit ist die aktuelle Diskussion in Waldershof wohl auch eine, die künftig in immer mehr Gemeinden des Freistaates und im Namen der Flächenversiegelung geführt werden wird. Fakt ist, dass ein hoher Cubus wie er Pending System vorschwebt nur eine Grundfläche von 6.400 Quadratmetern anstelle von 54.000 Quadratmetern beanspruchen würde.
Aufgrund der heftigen Diskussion um die tatsächliche Gebäude-Höhe hat der Stadtrat Laut einem Beitrag des Bayrischen Rundfunks (BR) einstimmig beschlossen, in die Planung einzusteigen. Die markante Höhe setzt nämlich eine Änderung des Bebauungsplans voraus – und das erfordert laut TV-Bericht standardmäßig ein Beteiligungsverfahren.
Bayroscher Rundfunk vor Ort
Überhaupt hat der BR Rundfunk eingehend berichtet: sowohl am 2. Juni (siehe unter diesem Link) als auch am letzten Donnerstag (10. Juni, siehe hier) wurde auf die Problematik hingewiesen.
Auch wenn der geplante Cubus auf einer derzeit als Parkplatz genutzten versiegelten Fläche stehen soll, wird in Waldershof heißt diskutiert. Auf der einen Seite ist den Einwohnern bewusst, dass Pending System für die Gemeinde der wichtigste Arbeitgeber ist. Nur: die Höhe des Neubaus sollte anders werden.
Gesucht: tragbare Lösung für alle
Die Pläne des Cubus-Baus hingen im Rathaus aus. Laut Gemeinderat hat ein dortiger Aushang noch nie für so viele Reaktionen gesorgt. Gemeinsam und mit Hilfe der Einwohner will man an einer für alle tragbaren Lösung arbeiten. Auf RadMarkt-Nachfrage beim Verwaltungsoberinspektor der Stadt Waldershof Christoph Haberkorn endete die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange letzten Donnerstag (10. Juni): »Die im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung eingehenden Stellungnahmen werden zur Zeit erstmalig abgewogen und gegebenenfalls berücksichtigt.«
Das Prozedere
Der überarbeitete Vorentwurf würde dann mit den Trägern öffentlicher Belange erneut abgestimmt: »Die öffentlichen und privaten Belange sind gegeneinander und untereinander gerecht abzuwägen und münden in den Entwurf des Bebauungsplans«. Dieser Entwurf wird dann (Stichwort Auslegungsbeschluss) samt seinen Abwägungen vom Stadtrat beschlossen. Auf Grundlage dieses Auslegungsbeschlusses findet eine erneute Beteiligung der Öffentlichkeit statt. Sollten in dieser Beteiligungsrunde keine weiteren Stellungnahmen eingehen, dann kann ein Satzungsbeschluss über den Bebauungsplan erfolgen. Ein endgültiger Abschluss des Verfahrens ist laut Haberkorn im Spätsommer vorgesehen.
Trotz dringend erforderlicher Expansion: Pending System offen für Vorschläge
Egal ob nun in die Höhe oder in die Fläche gebaut wird: laut Pending System, die weiter gerne auf ihren Standort Waldershof setzen wollen, ist ein weiteres Unternehmenswachstum ohne das neue Lager nicht möglich. Gegenüber dem BR meldet sich der Cube-Macher mit folgender schriftlichen Stellungnahme (Interviews will man derzeit nicht geben) zu Wort: »Das automatisierte Hochregal-Lager bietet die Möglichkeit, auf geringer Grundfläche eine hohe Lagerkapazität abzubilden. Die Anbindung zu den bestehenden Gebäuden ermöglicht es, Waren automatisch zu transportieren anstatt Fahrzeuge einsetzen zu müssen.«
Ob nun aber tatsächlich 50 Meter in die Höhe gebaut wird, ist offen. Im zweiten o.g. TV-Beitrag wird Pending mit der Stellungnahme zitiert, dass es wohl doch nicht unbedingt 50 Metern sein sollen - und man offen für Vorschläge sei.
Mehr Details inklusive Abb. des geplanten Hochregal-Lagers in den oben genannten TV-Beiträgen.

Text: Jo Beckendorff, Graphiken: Stadt Waldershof
 

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