Ford-Tochter Spin präsentiert ferngesteuerten E-Tretroller

01.02.2021
Unterwegs mit dreirädrigem »S-200« E-Tretroller.

Die seit Ende 2018 unter der Mobilitäts-Flagge von Ford Motor Company im Mikromobilitäts-Sektor aufgestellte E-Step-Scooter-Tochtermarke Spin hat eine exklusive Partnerschaft mit Software-Entwickler Tortoise SVN bekannt gegeben. Gemeinsam will man noch in diesem Jahr in ersten nordamerikanischen und europäischen Metropolen mit dreirädrigen E-Tretrollern lossurren, die zusammen mit Segway-Ninebot entwickelt wurden. Was besagte Roller – Modellname »S-200« - aus der Masse des derzeit weltweit rückläufigen E-Step-Scooter-Mietflotten-Geschäfts hervorhebt: sie sind dank »Spin Valet« im ferngesteuerten Betrieb - und können mittels App zu einem gewünschten Ort gerufen werden, um zum Beispiel vom Auto-Parkplatz und quasi auf der letzten Meile zum eigentlichen Ziel zu gelangen.

Das von Spin und Segway-Ninebot mitentwickelte dreirädrige E-Step-Scooter-Modell »S-200« ist mit den neuesten Computer Vision-, Machine Learning- und Robotik-Technologien ausgestattet. Zudem verfügt es über ein fortschrittliches visuelles Navigationssystem.
Die neue »Spin Valet«-Plattform soll es dem Anbieter ermöglichen, seine stationslose Flotte aus der Ferne zu bedienen und die E-Step-Scooter innerhalb von Sekunden automatisch außerhalb des Weges von Fußgängern und anderem Gehweg- oder Straßenverkehr zu parken.
Laut Anbieter kombiniert »Spin Valet« die von Tortoise zum Zuge kommende Software mit den nach vorne und hinten gerichteten eingebauten Kameras des Modells »S-200«. Diese Technologie soll es dem Roller-Fahrer ermöglichen, ihn mehrere Blocks zu einem gewünschten Abhol-Ort zu lotsen.
Die Zukunft beginnt jetzt
Nachdem ein Mieter seine Fahrt beendet hat, kann das Remote-Operations-Team den »S-200« mit einer niedrigen Geschwindigkeit (maximal 3 Meilen = 4,8 km/h) auch neu positionieren, wenn das Fahrzeug zum Beispiel den Gehweg, den Zebrastreifen oder einen Behindertenplatz blockiert. Die gleiche Neupositionierung kann erfolgen, wenn das Fahrzeug an einem Ort geparkt ist, an dem eine weitere Fahrt unwahrscheinlich ist.
Spin plant, später in diesem Jahr eine sogenannte »Scooter Hailing«-App anzubieten. Sie soll es Kunden ermöglichen, einen E-Scooter im voraus oder in Echtzeit anzufordern. Laut den US-Amerikanern wird das Betriebspersonal jedes »S-200«-Modell aus der Ferne an den gewünschten Ort dirigieren können. Und: mit der Zeit sollen sogar auch E-Tretroller mit leerem Akku Batterie in der Lage sein, automatisch zum nächsten Spin-Hub zum Aufladen zu gelangen.
Schnelle Ausbreitung anvisiert
Ein erster Test mit 300 »S-200«-Scootern läuft in diesem Frühjahr in Boise/Illinois an. Im Laufe dieses Jahres wird Spin Möglichkeiten prüfen, den »S-200« in nordamerikanische und europäische Städte zu bringen, die an einem ferngesteuerten Betrieb seines dreirädrigen E-Step Scooters interessiert sind. Da wird sicherlich die eine oder andere Metropole dabei sein, wo Spin bereits mit einer E-Tretroller-Flotte vor Ort ist. In Deutschland ist Spin zum Beispiel bereits in elf Städten im Markt.
Mehr Info über www.spin.app. Ein Video zum autonom fahrenden Modell »S-200«, das laut Anbieter nicht nur dank seiner drei Räder mehr Stabilität bietet, sondern dank drei unabhängig voneinander wirkenden Bremsen sowie gut erkennbaren vorderen und hinteren Blinkern mehr Sicherheit bieten soll, finden Sie unter diesem Link.

Text: Jo Beckendorff/Ford, Fotos: Ford
 

Weitere Themen, die Sie interessieren könnten