Intersport: virtuelle B2B-Ordermesse war erst ein Anfang

15.07.2020
Intersport Banner.

Die sportlichen Einkaufsgenossen von Intersport-Deutschland eG haben in Zeiten der Corona-Pandemie erstmals für ihre Fünf-Länder-Verbundgruppe (Deutschland, Österreich, Slowakei, Tschechien, Ungarn) auf eine vom 26. Juni bis 3. Juli laufende virtuelle B2B-Ordermesse gesetzt. Damit war man eigenen Angaben zufolge derart erfolgreich, dass man (keine gute Nachricht für traditionelle Messeanbieter) diese Art von Messegeschäft nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern strategisch weiterentwickeln wird. Ist das der durch Covid-19 forcierte Start in ein virtuelles Messe-Zeitalter?

»Die virtuelle Messe ist ein tolles Beispiel, das zeigt, wie wir bestehende Strukturen und alte Muster hinterfragen und aufbrechen können, um uns mit agilen Methoden, wie hier zum Beispiel bei unseren Orderstrukturen, wettbewerbsfähig neu aufzustellen«, erklärt Intersport Head of IT Lars-Eric Pusch. Schließlich wolle die Intersport-Fünf-Länder-Verbundgruppe »eine agile Unternehmenskultur etablieren und damit die gesamte Organisation transformieren. Ziel ist es, die Zentrale sowie den Intersport-Verbund zusätzlich zur Fläche digital zu prägen und als Marktführer zu stärken«.
Pilotprojekt goes live
So hatte Intersport Deutschland alternativ zu den bis dato nur physischen Ordermessen für die Verbundgruppe ein schlüssiges Konzept für eine virtuelle Ordermesse entwickelt. Die Umsetzung lag in den Händen der E-Commerce Agentur Best IT. Als Software-Plattform wurde Spryker ausgewählt.  Dieses erfolgreiche Pilotprojekt, das zunächst mit dem Partner Nike startete und dann in einem zweiten Schritt bereits die Intersport-Exklusivmarken und weitere Industriepartner miteinbezogen hat, wird nun laut Angaben aus der deutschen Intersport-Zentrale in Heilbronn »für die kommenden Messeaufstellungen kontinuierlich weiterentwickelt und optimiert«.
Dazu Intersport-Deutschland-CEO Dr. Alexander von Preen: »Mit einer digitalen Order-Plattform wollen wir unser Messegeschäft nicht nur aufrechterhalten, sondern auch strategisch weiterentwickeln. Deshalb hinterfragen wir konsequent bestehende Geschäfts- und Handelsmodelle der Intersport, um unseren Händlern und Partnern immer relevante Dienstleistungen anbieten zu können. Mit der virtuellen Messe-Plattform, die wir mit digitalen Features und händlerorientierten Services aufgeladen haben, setzen wir hier an. So treiben wir die digitale Transformation unserer Genossenschaft zu einer kundengetriebenen Händlerorganisation weiter voran, ganz im Sinn unserer Strategie ´Best in Sports`.«
Start in ein neues virtuelles Messe-Zeitalter?
Der Start in ein neues Messe-Zeitalter zeigte sich sowohl für die Intersport-Verbundgruppe als auch für deren Industriepartner sehr erfolgreich. In den acht Ordertagen Ende Juni/Anfang Juli waren neben den Intersport-Exklusivmarken zusätzlich 18 Lieferanten mit insgesamt über 25.000 Modellen auf der Plattform live geschaltet. Zusätzlich haben 150 Sales-Berater der Intersport und aus der Industrie die Händler bei ihrer digitalen Order unterstützt. »Die Nutzer-Zahlen, die Interaktionen auf der Plattform und die schließlich realisierten Ordergrößen sind ein klarer Beleg für die benutzerfreundliche Gestaltung der Plattform: übersichtlich, intuitiv und mit klarem Fokus«, freut sich Intersport-Projektleiter Andreas Schuldes.
Dynamisches Plattform-Modell
Insgesamt ist die Plattform laut den Einkaufsgenossen als dynamisches Modell konzipiert. Mit den Erfahrungen aus der ersten virtuellen Messe wird die Plattform für zukünftige Veranstaltungen sukzessive erweitert und optimiert. »Dabei sichert die virtuelle Orderplattform nicht nur den Einkaufsprozess für Händler trotz gegebener Restriktionen der Corona-Pandemie, sondern bietet durch die Beschleunigung des digitalen Transformationsprozesses auf der Fläche, wie u.a. durch die Digitalisierung der Warenpräsentation, auch Wettbewerbsvorteile für den stationären Handel«, heißt es aus Heilbronn.
Von Projektinitiierung bis zum Go Live: nur sechs Wochen
Der Erfolg der digitalen Order-Plattform sei mit Blick auf die Projektinitiierung bis zum Go Live der virtuellen Messe in nur sechs Wochen umso gewichtiger: »Wesentlich für den Erfolg war neben dem nutzerzentrierten Ansatz die agile Arbeitsweise und insbesondere die Harmonisierung fachbereichsübergreifender Unternehmensprozesse, ergänzt durch die Expertise externer Spezialisten, wie die E-Commerce Agentur Best IT und der Softwarehersteller Spryker. Für eine professionelle Warenpräsentation hat außerdem ein externes Media-Team die Produkte und zugehörigen Beschreibungen aufbereitet und direkt online gestellt.«

Text: Jo Beckendorff/Intersport

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