Mips stemmt sich mit guten 2. Quartalszahlen gegen Kursrutsch

25.07.2022
Mips stemmt sich mit guten zweiten Quartalszahlen gegen Kursrutsch.

Dank anhaltend guter Verkäufe der Geschäftsbereiche Sport und Moto hat Helmtechnologie-Experte Mips AB im zweiten Verkaufsquartal des laufenden Geschäftsjahres 2022 im Vergleich zu den Monaten April bis Juni des Vorjahres ein Umsatzplus von 45,1 Prozent aufgesetzt. Gleichzeitig stellen die erzielten 206 Millionen SEK (19,77 Millionen Euro) einen neuen Nettoumsatz-Rekord dar. Das organische Wachstum lag bei 25 Prozent und währungsbereinigt sogar bei 33 Prozent. Mit diesen Zahlen im Rücken sprechen die Schweden auch von einer weiter erfreulich hohen Rentabilität.

Verkehrte Welt: während die vorgelegten Mips-Zahlen glänzen, hat sich der Wert der Mips-Aktie im Zuge des unter anderem durch den Ukraine-Krieg ausgelösten Börseneinbruch von 1.187 SEK (113,97 Euro) zu Jahresbeginn (Stand: 1.1.2022) auf 524,20 SEK (50,32 Euro, Stand: 22.7.2022) mehr als halbiert hat. Dieser Absturz konnte auch nicht durch die soeben guten zweiten Quartalszahlen aufgehalten werden. Während Optimisten schon wieder von guten Einstiegskursen sprechen, halten Pessimisten in diesen unberechenbaren Zeiten den Börsen-Ball eher flach.
Vom oben genannten Quartals-Rekordumsatz entfallen 104 Millionen SEK (9,98 Millionen Euro, plus 48,1 Prozent) auf das Geschäftsfeld Sport, 11 Millionen SEK (1,1 Millionen Euro, plus 10,0 Prozent) auf Moto und 1 Millionen auf das junge Geschäftsfeld Safety (100.000 Euro, 04-06/2021: 0 SEK).
Verkauf nach Regionen
Geographisch aufgeteilt entfielen 129 Millionen SEK (12,38 Millionen Euro, plus 37,2 Prozent) auf Nordamerika, 55 Millionen SEK (5,28 Millionen Euro, plus 83,3 Prozent) auf Europa, 16 Millionen auf die Mips-Heimat Schweden (1,54 Millionen Euro, plus 128,6 Prozent) sowie 5 Millionen SEK (500.000 Euro, minus 54,5 Prozent) auf Asien und Australien.
Die starke Umsatzkonzentration auf Nordamerika erklärt sich durch die große Anzahl dortiger Helmhersteller. Dazu der Hinweis, dass die Spezifizierung nach Regionen auf dem Sitz der Kunden basiert (und nicht auf dem Vertrieb).
Das Betriebsergebnis stieg im zweiten Jahresquartal um 48,6 Prozent auf 107 Millionen SEK (10,27 Millionen Euro). Somit konnte der Gewinn sowohl vor als auch nach Steuern um 40,3 Prozent auf 101 Millionen SEK (9,69 Millionen Euro) bzw. um 45,5 Prozent auf 80 Millionen SEK (7,68 Millionen Euro) wachsen.
Wachstum vor allem mit bestehender Sport-Kundschaft
»Wir verzeichnen weiterhin eine solide Nachfrage nach unseren Produkten und haben in diesem Jahr bereits mehr Kundenprojekte durchgeführt als in jedem anderen Jahr«, betont Mips-President und -CEO Max Strandwitz, »die meisten Projekte sind nach wie vor in der Kategorie Sporthelme angesiedelt. Wir stellen aber auch fest, dass die Anzahl der Projekte in den Kategorien Motorrad- und Sicherheitshelme zunimmt. Sie werden in Zukunft zu einem größeren Volumen führen.«.
Somit schauen die Schweden optimistisch in die Zukunft. Auch wenn es kurzfristig schwieriger sei, die Nachfrage vorherzusagen: »Selbst wenn es zu kurzfristigen Schwankungen kommen sollte - wir sind überzeugt, dass wir weiterhin Marktanteile gewinnen werden.«
Was das mit Abstand führende Geschäftsfeld Sport betrifft, sieht Mips zum einem starke Fortschritte bei Winter-/Schneesport-, zum anderen Unsicherheit bei Fahrradhelmen. Nach wie vor würde das Wachstum von bestehender Mips-Kundschaft angetrieben. Sie würden kollektiv den Anteil der Helme mit der von Mips entwickelten »Brain Protection System« (BPS)-Technologie in ihren Sortimenten erhöhen.
Fahrrad-Helme
Was Fahrrad-Helme betrifft, hat sich laut Mips »im Einklang mit früheren Mitteilungen die weltweiten Lagerbestände im zweiten Quartal normalisiert«. Allerdings seien sie nach wie vor unausgewogen. Hintergrund: auf der einen Seite würde es sehr viele niedrigpreisige Produkte, auf der anderen Seite weniger teurere Produkte geben. Woraus man ableiten kann, dass in letzter Zeit vor allem hochpreisige Fahrradhelme gefragt waren.
O-Ton aus der Mips-Zentrale in Täby: »Um die Lagerbestände wieder mit den richtigen Produkten ins Gleichgewicht zu bringen, wird es in den kommenden Monaten mit ziemlicher Sicherheit zu Bestandskorrekturen kommen. Wir gehen nicht davon aus, dass und das langfristig treffen wird. Es könnte sich aber auf die kurzfristige Nachfrage auswirken.«
Dazu der Hinweis, dass der Markt während des Frühjahrs spekulierte, ob das Wachstum im Fahrradsektor insgesamt nach einer Periode extremen Wachstums im Zusammenhang mit der Pandemie vorbei ist. Wie die Mehrheit der Branche glaubt Mips nicht, dass dies der Fall sein wird: »In der Branche gibt es viele Aktivitäten im Hinblick auf die Integration der Wertschöpfungskette durch Helmmarken, die ihr Angebot direkt an den Endverbraucher weitergeben und durch verstärkte Konsolidierungsaktivitäten unter den Marken. Der allgemeine Konsens scheint zu sein, dass die Nachfrage nach fahrradbezogenen Produkten langfristig steigen wird - vor allem aufgrund der positiven Trends, die wir in Bezug auf E-Bikes, Pendler und Verbraucher, die mehr Zeit im Freien verbringen wollen, beobachten können.«
Ausblick
Aufgrund des starken Wachstums über die letzten Jahre sowie den neuen Möglichkeiten, die die Schweden mit ihrer BPS-Technologie innerhalb der von ihnen bedienten drei Geschäftsbereiche sehen, wurde die zukünftige Strategie sowie die langfristigen Finanzziele noch einmal auf den Prüfstein gestellt und auf dem im Juni abgehaltenen Capital Market Day vorgestellt (der RadMarkt berichtete).
So wurde unter anderem auch das Nettoumsatz-Ziel bis Ende 2027 auf über 2 Milliarden SEK (191,90 Millionen Euro - zuvor 1 Milliarde SEK bis Ende 2025 = 96,95 Millionen Euro) erhöht. Zudem bleibt das Ziel, eine Dividende in Höhe von mindestens 50 Prozent des Nettogewinns auszuschütten, unverändert bestehen.

Text: Jo Beckendorff, Foto: Mips

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