Omnichannel-Beispiel Baby One: 160 Prozent mehr Online-Umsatz 2020

17.03.2021
Mit konsequenten Maßnahmen hat das Handelsunternehmen Baby One seinen Online-Verkaufskanal ausgebaut – mit Erfolg.

Wer in der Corona-Krise mit ihren Lockdowns nicht nur auf sein stationäres Geschäft angewiesen, sondern auch online gut aufgestellt war, konnte einige Umsatzeinbußen abmildern. Ein gelungenes Beispiel für eine erfolgreiche Verknüpfung dieser Verkaufskanäle gibt - wenn auch aus einer anderen Branche –die Fachmarktkette Baby One.

Das Münsteraner Familienunternehmen weist für 2020 Online-Umsätze in Höhe von 31,5 Millionen Euro aus – satte 160 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. Damit erreicht der Online-Umsatzanteil der Baby- und Kleinkind-Fachmarktkette erstmals mehr als 10 Prozent des Gesamtumsatzes (224 Millionen Euro).
Ablesbar wird damit der Erfolg verschiedener Maßnahmen, die das Online-Business mit dem erfolgreichen stationären Geschäft verknüpfen sollen. Dazu gehört das Ende 2019 installiert »Ship-from-Store-Modell«, über das alle 102 Franchise-Fachmärkte mit ihrem Sortiment an den Baby-One-Online-Shop angebunden sind. Online-Bestellungen gehen regional bei den Fachmärkten ein und werden von dort ausgeliefert. Bereits 2009 startete das Unternehmen einen eigenen Online-Shop zunächst als digitales Schaufenster der Fachmärkte.
Auch die konsequente Fokussierung der Mobile Experience, die Implementierung von neuen Tools und Omnichannel-Services sowie die Stärkung der Kundenzentrierung hätten dazu beigetragen, die Conversion Rate um über 100 Prozent zu steigern, so das Handelsunternehmen. Dort ist man mit der Entwicklung des Online-Geschäfts sehr zufrieden.
»Unserer Mission, uns zum Omnichannel-Unternehmen weiterzuentwickeln, sind wir im letzten Jahr ein gutes Stück nähergekommen«, erläutert Dr. Anna Weber, Geschäftsführerin von Baby One. »Die Pandemie-Situation war trotz aller Schwierigkeiten ein Katalysator für das Online-Geschäft und hat dafür gesorgt, den Ausbau schneller und konsequenter zu verfolgen.«
Auch im laufenden Jahr will das Unternehmen massiv in IT und Omnichannel investieren sowie die personellen Ressourcen in diesen Bereichen verdoppeln. »Wir stehen erst ganz am Anfang im digitalen Wachstum und im digitalen Brand Building, da sehen wir enorm viel Potenzial«, erklärt Dr. Jan Weischer, Geschäftsführer von Baby One. »Wir planen derzeit mit größeren IT-Investitionen und konzentrieren uns auf den Technologieeinsatz, um das Einkaufserlebnis unserer Kunden über alle Kanäle zu verbessern.«
Die Baby- und Kleinkind-Fachmarktkette im Franchise-System Baby One mit Sitz in Münster ist nach eigenen Angaben Marktführer in der DACH-Region. Das inhabergeführte Familienunternehmen mit 1.200 Mitarbeitern betreibt 34 eigene Fachmärkte, 68 Standorte werden von insgesamt 26 Franchisenehmern geführt.
Natürlich lässt sich die Situation der Baby- und Kleinkind-Fachmarktkette nicht eins zu eins mit der des Fahrradfachhandels vergleichen - technisch komplexe Produkte haben einen größeren Beratungsbedarf. Doch könnte dieses Beispiel ein Fingerzeig für den Fahrradhandel sein, hier auch Lösungen anzubieten.
Foto: Baby One
 

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