Schaeffler/Heinzmann präsentieren kettenloses E-Antriebssystem

10.09.2021
Klein und fein: Schafflers Pedelgenerator »Free Drive System«.

In der aktuellen RadMarkt-Ausgabe 9/2021 berichten wir über den unter dem Dach von CIP Group gestarteten Newcomer CIP Mobility und dessen Mikro-Mobilitätsplattform Mocci. Deren Smart Pedal Vehicle (SPV) will mit einer digitalen Antriebs-Technologie lossurren, die bis dato eigentlich nur von zwei Anbietern (einer aus Korea, der andere aus Deutschland) weltweit angeboten wird. Einer davon präsentierte seine Ketten- und Riemen-lose Antriebsneuheit auf der Eurobike.

Genau genommen sind es zwei deutsche Anbieter hinter dem am Bodensee vorgestellten »Free Drive System«. Gemeinsam bieten Schaeffler und Heinzmann ein offenes Antriebssystem für OEMs und Kunden. Der unter dem Namen »Schaeffler Free Drive« angebotene Pedalgenerator ist eine Komponente, die Heinzmann in sein unter dem Namen »Heinzmann Free Drive System« integriert.
Laut Heinzmanns Managing Director Electric Drives & Marketing Director Peter Mériméche (Bild unten) ist dieses System das Ergebnis einer Wandlung des Heimzmann-Geschäfts: »Mit unserer eingerichteten In-house-Fahrrad-Werkstatt können wir Software-Technologie individuell abstimmen. So haben wir uns Schritt für Schritt von einem Motor- zu einem Antriebsanbieter und Systemintegrator entwickelt.«
Was die Cloud-basierte Service-Software betrifft, setzt Heinzmann auf drei verschiedene User-Levels (OEL, Fleet, Driver).
Was die eingesetzten Batterien betrifft, habe man verschiedene Batterie-Lieferanten validiert: »Jetzt haben wir acht, mit denen wir zusammenarbeiten.« Dadurch sei auch eine Systemausweitung entstanden - »wir können mixen«.
Schaeffler sei dann an Heinzmann herangetreten, »weil wir den stärksten Motor haben«. Und den brauche man, wenn man sich den Sektor Cargobike-Schwertransporter als Zielgruppe ausgeguckt hätte.
»Das ‚Free Drive System‘ vereint die langjährige Antriebs- wie Branchenexpertise von Heinzmann mit der System- und Mechatronik-Kompetenz von Schaeffler«, fasst Mérimèche den gemeinsamen Ansatz zusammen.
»Heinzmann Free Drive System« biete gleich mehrere Vorteile: der größte wäre sicherlich die Designfreiheit, die man durch den Wegfall der Antriebskette bzw. des -Riemens erlangen würde (ganz zu schweigen von der Wartung). Außerdem würde der Pedalgenerator laut Schaeffler Business Planning Geschäftsbereich Aktorsysteme Marc Hector (Bild unten) dank Rekuperation für 15 Prozent zusätzlichen Saft im Stop&Go-Verkehr sorgen.
Überhaupt ist Heinzmann schon gut im E-Antriebsgeschäft für Lastenräder vertreten: laut den Schwarzwäldern setzt eine Mehrheit der Kunden auf ihr Cargobike-System »Twin Power«. Diese kommt vor allem an drei- und vierrädrigen Schwerlast E-Cargobikes zum Einsatz. Mit »Heinzmann Free Drive System« will der Anbieter noch einmal in diesem Sektor hochschalten.
Mehr Info über www.heinzmann-electric-motors.com sowie www.schaeffler.com.

Text/Fotos: Jo Beckendorff
 

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