Signa Retail läutet Neueröffnungsphase bei Karstadt Sports ein

27.09.2019
Karstadt Sports Logo.

Der nach der deutschen Karstadt-Galeria Kaufhof-Warenhaus-Fusion von dem Mutterdach Signa Retail ebenfalls gelenkte Sporthaus-Filialist Karstadt Sports baut sein Filialnetz Ende September »im Zuge einer neuen Branchenstrategie« aus. Mit neuen Häusern in Bonn, Frankfurt, Heidelberg, Wiesbaden und Lübeck wächst Galeria Karstadt Kaufhof laut Angaben aus der Firmenzentrale »aus eigener Kraft um fünf starke Standorte und stärkt weiter konsequent das Geschäftsfeld Sport«.

Dazu Galeria Karstadt Kaufhof-CEO Dr. Stephan Fanderl auf einer Führungskräfte-Tagung des Unternehmens in Frankfurt: »Unsere Wachstumsfelder stellen wir so stark auf wie möglich, um unsere ambitionierten Umsatz- und Ertragsziele zu erreichen. Dazu gehören nicht nur die neuen Personalverstärkungen der letzten Wochen, starke Partnerschaften und strukturelle Veränderungen mit dem Ziel schnellerer Entscheidungswege. Dort, wo es wirtschaftlich besonders erfolgversprechend ist, wachsen wir auch mit neuen Verkaufsflächen. Die meisten dieser neuen Standorte haben bereits eine Vorgeschichte als Sporthäuser, verfügen deshalb bereits über sporterfahrene Teams und sind bei der Kundschaft als Einkaufsdestination gelernt. Im Sportgeschäft sieht man deutschlandweit mit die größten Wachstumsraten. Wir gehen deshalb mit großen Erwartungen in diese Neueröffnungsphase.«
Karstadt Sports-CEO Jens Dunkel erklärt, dass im laufenden Jahr bereits mit den modernisierten und weiter ausgebauten Sporthäusern in München und Hamburg erfolgreich in das Geschäftsfeld Sport investiert wurde: » Wir haben mit Karstadt Sports 2019 enorm Fahrt aufgenommen und setzen das mit den großen neuen Standorten und einer neuen Branchenstrategie konsequent weiter fort. Diese Strategie sieht vor, dass wir jeden Standort nach genauer Analyse individuell modularisieren, um alle Chancen zur Kundenbindung zu nutzen, auch dort, wo wir mehrere Standorte betreiben. Dies gelingt uns umso besser, als wir durch die Zusammenführung des Sporteinkaufs mit Galeria Karstadt Kaufhof auf noch mehr Erfahrung und Markttransparenz auch für das Warenhaus zurückgreifen können."
Karstadt Sports wird sich besonders klar in den Sektoren Athleisure und Running positionieren. Dazu noch einmal Dunkel: »Wir stärken vor allem Bereiche, die am Markt sehr gefragt sind.« Zumindest Fahrrad-Hartware gehört nicht (mehr) dazu. Was Fahrrad-Softgoods (Bikewear, Accessoires etc.) betrifft, wird man weiterhin ein Angebot in den Filialen haben. Vor der Karstadt-Übernahme seitens Signa war Karstadt Sports auch ganz gut im Sektor Fahrrad-Hardware aufgestellt (u.a. mit seiner Eigenmarke Alex).
Das Fahrradgeschäft wird eher von Signa Sports United (vormals Signa Sports Group) – einer Schwester der unter dem Signa Retail-Dach rollenden Department Store Group – abgedeckt. Signa Sports United (www.signa-sportsunited.com) gilt in den Kategorien Bike, Outdoor, Team Sports & Ashleisure und Tennis mit derzeit rund 80 Webshops in 17 Ländern als führende Sport E-Commerce Plattform. Im Sektor Bike gehören neben Probikeshop aus Frankreich die Internetstores-Ableger und Online-Händler Brügelmann, Bikester und Fahrrad.de dazu.
Letztendlich noch der Hinweis, dass sich auch in Sachen Zuständigkeiten etwas geändert haben muss. Bei der zurückliegenden Namensänderung der Signa Sports Group zur Signa Sports United gehörte Karstadt Sports noch dazu. Nun – nach abgeschlossener Warenhaus-Fusion von Karstadt und Galeria Kaufhof seitens Signa Retail – scheint diese wieder für Karstadt Sports verantwortlich zu sein: Die jetzt bekannt gegebene Expansion von Karstadt Sports-Häusern wurde jedenfalls von Galeria Karstadt Kaufhof kommuniziert (und nicht von Signa Spots United). Was wiederum belegt, dass die Umstrukturierung und zukünftigen Strategieplanungen bei Signa Retail nach all den Übernahmen noch nicht abgeschlossen ist.
Laut Branchenkennern sollte Signa Sports United schon 2018 für den Börsengang fit gemacht werden. Nachdem dieser Schritt  nicht zum Zuge kam, bleibt abzuwarten, was die Zukunft bringt. Fakt ist, dass der schillernde Österreicher Unternehmer und Signa-Macher René Benko im Rahmen einer Kapitalerhöhung bereits erste strategische Investoren aus Asien für sich gewinnen konnte. So sind zum Beispiel seit Ende 2018 sowohl der führende Nippon-Einzelhändler Aeon Co. als auch der in Thailand und Südostasien gut aufgestellte Einzelhändler Central Group mit jeweils einstelligen Beteiligungen bei Signa Sports United an Bord. Wie sich diese Sportgruppe ihre Zukunft bis 2024 vorstellt, entnehmen Sie bitte unten stehender Chart.

Text: Jo Beckendorff, Chart: Signa Sports United

Weitere Themen, die Sie interessieren könnten