Thule Group: starker Verkaufsstart sorgt für neuen Zielhorizont

23.04.2021
Der neue Dachträger »Thule TopRide« bietet eine einfache Montage des Fahrrads im Gabeladapter am Boden, der dann einfach auf dem Autodach eingeklickt werden kann.

Die positive Marktentwicklung, die sich nicht nur beim Transportlösungs-Anbieter Thule Group durch die Corona-Krise in der zweiten Jahreshälfte 2020 eröffnete, hat sich laut den Schweden im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres fortgesetzt – und zwar derart, dass der Anbieter bei Vorlage seiner interimistischen ersten Quartalszahlen auch gleich noch neue langfristige Finanzziele und Nachhaltigkeitsambitionen präsentierte.

Für die Schweden wirkt die Corona-Pandemie wie ein zusätzlich eingeschalteter Turbo. Schließlich wurde der Trend zu einem aktiven Leben durch die internationalen (Reise-)Beschränkungen noch einmal kräftig gekitzelt. Immer mehr Menschen würden in Zeiten von »Staycation« Tagesausflüge mit Aktivitäten in der näheren Umgebung vornehmen.
Somit habe man den vorläufigen Gesamtumsatz in Höhe von 2,54 Milliarden SEK (251,12 Millionen Euro) im Vergleich zum den ersten drei Monaten des Vorjahres um 45,5 Prozent nach oben hieven können. Bereinigt um Wechselkursschwankungen stieg der Nettoumsatz sogar um 56,0 Prozent (siehe unten Tabelle 1).
Aufgeteilt nach Regionen entfallen von diesem Quartalsumsatz 1,92 Milliarden SEK (190,80 Millionen Euro, plus 41,6 Prozent - währungsbereinigt 48,9 Prozent) auf die Region Europa und den Rest der Welt sowie 621 Millionen SEK (61,39 Millionen Euro, plus 59,2 Prozent - währungsbereinigt 82,5 Prozent) auf die Region Americas (siehe unten Tabelle 2).
Was das Produktportfolio betrifft, wird im Geschäftsbericht explizit auf die hohe Nachfrage der unter dem Bereich Sport&Cargo Carriers rollenden Fahrradprodukte hingewiesen. Dieser Sektor habe vor allem »von einen weiterhin lebhaften Fahrradmarkt« profitiert.
Der Nettogewinn lag mit 447 Millionen SEK (44,19 Millionen Euro) sogar 85,5 Prozent über dem des vergleichbaren Vorjahres-Zeitraums. In diesem Zusammenhang hebt Thule Group-President und -CEO Magnus Welander noch einmal hervor, »dass der Ausbruch des Coronavirus in der Vergleichsperiode im Frühjahr 2020 und die zu diesem Zeitpunkt in den meisten Ländern eingeführten erheblichen Quarantänemaßnahmen den Umsatz in der zweiten Märzhälfte 2020 stark negativ beeinflusst haben«.
Ausblick
Kurzfristig gesehen besteht laut Thule Group nach wie vor eine erhebliche Unsicherheit über das Ausmaß etwaiger pandemiebedingter Schließungen. O-Ton Welander: »Darüber hinaus sehen wir wie die meisten produzierenden Unternehmen mit schnellem Wachstum in diesen Zeiten gewisse Herausforderungen in Bezug auf Lieferantenkapazitäten und globale Logistik.«
Man sei jedoch weiterhin davon überzeugt, dass der positive Trend zu Freizeit- und Urlaubsaktivitäten in der näheren Umgebung für alle Thule-Produktkategorien stark bleiben wird: »Mit unseren gefragten Produkten und einer sehr flexiblen Produktion in und um unsere Hauptmärkte erwarten wir eine weiterhin sehr positive Entwicklung im Laufe des Jahres.«
Neue langfristige Finanzziele und Nachhaltigkeitsambitionen
Neben der Präsentation der ersten Interimszahlen 01-03/2021 benannte Thule Group aber auch noch »mit den 2017 kommunizierten Zielen als Grundlage, die im Jahr 2020 erreicht wurden«, einen neuen langfristigen Zielhorizont auf das Jahr 2030.
Insgesamt wurden drei neue langfristige Finanzziele definiert, die man bis 2030 erreichen will:
- Umsatz-Verdoppelung bis 2030
- das langfristige Halten einer EBIT-Marge von über 20 Prozent
- eine im Verhältnis zum Nettoergebnis zu erzielende Dividende in Höhe von mehr als 75 Prozent
Dazu gesellen sich folgende drei neue langfristige Nachhaltigkeitsziele:
- eine Reduktion der Treibhausgase an alle Thule-Produktionsstandorten von (verglichen mit dem Basisjahr 2019) 46 Prozent.
- 100 Prozent erneuerbarer Strom an allen eigenen Thule-Produktionsstandorten und -Büros.
- eine absolute Reduktion der Treibhausgase (bezogen auf eingekaufte Materialien und vor- und nachgelagerte Logistik und verglichen mit dem Basisjahr 2019) um 28 Prozent
Diese kommunizierten Ziele werden auch noch einmal unter dem Link https://www.thulegroup.com/en/sustainability ausführlich dargestellt.
Angehobenes Ambitionsniveau
Letztendlich erklärt Magnus Welander: »Langfristig nachhaltiges und profitables organisches Wachstum bleibt unser größter Fokus. Die Ergebnisse, die wir seit dem Börsengang im Jahr 2014 erzielt haben, sind ein klarer Beweis dafür, dass unsere Strategie und unsere operative Arbeit erfolgreich waren. Wir sind überzeugt, dass die definierte Strategie für die Thule Group auch in Zukunft richtig ist. Die erwartete positive Entwicklung in der Zukunft, sowohl in Bezug auf Markttrends als auch auf unsere eigene Fähigkeit, sowohl in bestehenden als auch in neuen Produktkategorien Marktanteile zu gewinnen, liegt unserer Entscheidung zugrunde, unser langfristiges Ambitionsniveau anzuheben. Unsere Bemühungen um Nachhaltigkeit sind Teil unserer natürlichen DNA. Daher ist neben der Kommunikation klarer langfristiger 2030er-Finanz- auch unsere Nachhaltigkeits-Ziele ebenso natürlich.«

Text: Jo Beckendorff, Fotos & Abb.: Thule Group

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