Weiterer Bikeanbieter präsentiert vierrädriges Kabinen-Pedelec

18.01.2021
Vierrädriges Kabinen-Pedelec auch für die Stadt: »Duo Moke«.

Auf seinem Blog stellt der junge E-Mobilitäts-Startup Urban Drivestyle Berlin GmbH den allerersten Prototypen eines vierrädrigen Kabinen-Pedelecs namens »Duo Moke« vor. Dieses erinnert mit seinen fetten Reifen eher an ein E-Kettcar bzw. einen E-Strand-Buggy, soll aber auch im urbanen Dschungel eine echt stylishe (Mobilitäts-)Figur abgeben.

Bisher haben sich die jungen Berliner eher mit ihren außergewöhnlichen E-Fahrrädern und E-Tretrollern in Szene gesetzt, die bei ihrem Look irgendwie auf ein Design zwischen BMX und Bonanza-Rad setzen. Was allerdings alle bisherigen Pedelecs von Urban Drivestyle auszeichnet: der Einsatz von fetten Reifen.
So auch bei »Duo Moke« - laut Unternehmensangaben das erste und »einzige 20x4 Fatwheel-Kabinenfahrrad« der Welt. Rechtlich gesehen ist das bis zu 25 km/h-Pedelec wie das im September 2020 von Canyon Bicycles vorgestellte vierrädrige »Future Mobility Concept« auch ein mehrspuriges Fahrrad, für das man weder Versicherung noch Führerschein braucht. Zudem darf man es auf Radwegen nutzen (Anmerkung des RadMarkts: was bei der durchschnittlichen Breite eines städtischen Fahrradwegs in Deutschland leider auch zur dortigen Staugefahr führen könnte…).
Die Pedale befinden sich wie beim legendären Kettcar von Kettler gleich hinter der Vorderachse. Für eine gute Tretposition kann der Fahrer den Sitz nach vorne und hinten verstellen. Zwei Passagiere nehmen direkt hinter dem Fahrer Platz – allerdings quer zur Fahrtrichtung, weil sie auf den auf den Hinterrädern platzierten Sitzflächen Platz nehmen. Ansonsten dient die Fläche hinter dem Fahrer als Lade- und Transportfläche (bzw. kann von einem Mitfahrer wie abgebildet genutzt werden).
Warum »Duo Moke«: Fünf Hauptgründe
Die Berliner nennen fünf Gründe, warum sie sich für den Bau eines vierrädrigen E-Fahrzeugs entschieden haben:
1) »Duo Moke« hat alles, was unsere anderen E-Bikes auch haben - plus Extrasicherheit und Extrastabilität mit vier Fattie-Wheels, also gleich vier »20 x 4 Allterrain-Reifen«.
2) »Duo Moke« bietet Dir Extra-Sitzkomfort, weil Du zur Abwechslung zum vertikalen mehr Dein horizontales und bequemes Fahrgefühl entdeckst. Garantiert cooler und entspannter Fahrspass.
3) Vier Fattiewheels, ein Windschutz vorne und ein mit Solarzellen bestücktes Dach: Du genießt Extraschutz bei Wind, Wetter und Regen, alles wie gewohnt umweltfreundlich und mit maximaler Freiheit in der City.
4) Zusammen oder alleine? Egal! Du kannst beides 100 Prozent genießen, denn Dein Fahrpartner sitzt entspannt und bequem. Und last but not least: Wenn Du allein fährst, hast Du Extra-Ladefläche und musst Deinen Rücken nicht belasten.
5) Fast wie ein Auto, aber genau, dieselben Vorteile, wie bei einem E-Bike. Du kommst durch enge Gassen, Du fährst auf Fahrradwegen und Du zahlst keine Extrakosten wie bei einem Auto.
Technische Daten
Hier einige technische Details des mit Akku etwa 120 Kilogramm gewichtigen »Duo-Moke« (Maße: 171,5 x 80 x 110, Sitzhöhe 84 Zentimeter) mit einer maximalen Zuladungs-Kapazität von 150 Kilogramm: laut den Berlinern »stabilstes und größtes Rahmendesign seiner Klasse« aus Chromoly-Stahl mit drei Jahren Garantie sowie die stärksten und in Deutschland gefertigten Batterien mit bis zu 60 Kilometer Reichweite (Silverfish 48 Volt Lithium-Ionen Akku mit Samsung Zellen 14,5 oder 20,4 Ampere-Stunden).
Beim Motor setzt Urban Drivestyle auf einen 250 Watt starken bürstenlosen Hinterrad-Nabenmotor der chinesischen E-Antriebs-Größe Bafang. Der eingesetzte Motor soll aus der jungen europäischen Produktionsstätte von Bafang in Polen stammen.
Weitere eingesetzte Fahrrad Komponenten: hydraulische Scheibenbremsen von Tektro, Shimano-Schaltung (wahlweise »Altis« Sieben-Gang Naben- oder »Tourney«-Kettenschaltung) und Kenda 20 x 4,0 Zoll All-Terrain Reifen. Zum weiteren verbauten Zubehör gehören ein vorderer (fetter Sieben Zoll-)Blech-Scheinwerfer, der dem Fahrzeug optisch eine gehörige Portion Retro-Charme verpasst. Dagegen sprechen wiederum das eingesetzte LED-Rücklicht, das LCD-Display sowie - nicht zu vergessen - das Solardach.
Ob der bereits Anfang November 2020 vorgestellte Prototyp irgendwann einmal tatsächlich in Serie gehen wird, steht (noch) in den Sternen. Was allerdings erstaunt: Urban Drivestyle kommuniziert einen vagen VK-Preis von um die 5.000 Euro. Das wird mit Blick auf die genannte Ausstattung und dem Fokus auf Made in Germany bzw. EU für die Berliner sicherlich eine echte Herausforderung.
Mehr Info über www.urbandrivestyle.de (dort auf den Blog gehen, den Sie über den Link »Über uns« erreichen).

Text: Jo Beckendorff/Urban Drivestyle, Fotos: Urban Drivestyle
 

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