ZIV-Marktdaten: Fahrradindustrie setzt Aufwärtstrend fort

08.03.2016
Siegfried Neuberger
Siegfried Neuberger

Die Fahrrad-, Teile- und Komponentenindustrie in Deutschland hat 2015 schätzungsweise etwa fünf Milliarden Euro umgesetzt. Auf Fahrräder und E-Bikes entfielen 2,42 Milliarden Euro des Umsatzes, ein deutliches Umsatzplus von zwölf Prozent gegenüber 2014. Die aktuelle Situation auf dem Fahrrad- und E-Bike-Markt 2015 stellten der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) und der Verband des Deutschen Zweiradhandels (VDZ) heute in Berlin vor.

Damit Fahrrad und E-Bike auf allen Ebenen und vor allem in der Politik noch stärker als Mittel der Alltagsmobilität wahrgenommen werden, plant der ZIV einen 10-Punkte-Forderungskatalog an die Politik, der voraussichtlich bei der Mitgliederversammlung Ende April verabschiedet werden wird. Wie ZIV-Geschäftsführer Siegfried Neuberger ankündigte, werde der ZIV darin voraussichtlich eine Kaufprämie fordern wie sie zur Förderung des E-Autos im Moment im Gespräch ist.

Absatz und Verkaufspreise steigen

2015 konnte die Industrie auch beim Absatz zulegen und verkaufte im vergangenen Jahr 4,35 Millionen Fahrräder und E-Bikes (+ 6,6 Prozent). Der durchschnittliche Verkaufspreis pro Fahrrad (inkl. E-Bikes) über alle Vertriebswege lag im Jahr 2015 bei 557 Euro und damit um 5,5 Prozent über Vorjahr. Als Gründe hierfür sind hochwertige Ausstattungen der Fahrzeuge und der erneut gestiegene Anteil an E-Bikes zu nennen.
Als Garant für den Erfolg 2015 sieht der ZIV das sich rasant ändernde Mobilitätsverhalten der Deutschen, besonders in den Städten: Das Fahrrad werde immer beliebter, das Auto sei immer weniger das Verkehrsmittel der Wahl. Das Fahrrad sei im Trend, Statussymbol und Lieblingsobjekt und dafür sei der Kunde gerne bereit etwas mehr Geld auszugeben, bilanzierte der ZIV. Und wie auch schon 2014 bescherten ein sehr milder Winter und ein freundliches Frühjahr einen guten Start in die Fahrradsaison 2015, die auch im weiteren Verlauf mit bestem Fahrradwetter aufwartete.

E-Bikes legen weiter zu

Der Boom der E-Bikes ist nach Einschätzung des ZIV nach wie vor ungebremst: Im Jahr 2015 wuchs die Zahl der verkauften E-Bikes erneut zweistellig um 11,5 Prozent auf 535.000 Fahrzeuge. 2014 waren es noch 480.000 Einheiten. Damit ist die Bedeutung des E-Bikes für den Gesamtfahrradmarkt erneut leicht gestiegen: Sie machen jetzt 12,5 Prozent des Marktes aus. Mittelfristig, so schätzt der ZIV, werde der Anteil auf mehr als 15 Prozent steigen.
Als Gründe für die Entwicklung nennt der Industrieverband die Vielfalt der Modelle und Produktkategorien, die bei den Kunden für Begeisterung sorgen. Die Zielgruppen werden jünger und sportlicher und gerade das E-Mountainbike erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Aber auch immer mehr E-Lastenräder fahren auf Deutschlands Straßen. Zudem sind E-Bikes »made in Germany« auch europaweit sehr gefragt: Die Zahl der exportierten E-Bikes wuchs um 37 Prozent auf 140.000 Fahrzeuge.

Rückgang bei City- und ATB-Rädern, Trekking- und Spezialbikes profitieren

Betrachtet man die Modellgruppenaufteilung (nach Absatz), so lässt sich ein leichter Rückgang bei City-/Urban-Rädern und erneut ATB feststellen. Profitiert haben Trekkingräder, E-Bikes, Liegeräder und Lastenräder mit jeweils leichten Zuwächsen. Proportional zur guten Lage der Fahrzeugindustrie entwickeln sich die Ergebnisse der Komponenten- und Zubehörhersteller.

Fahrradbestand konstant

Der Fahrradbestand insgesamt ist nach Einschätzung des ZIV in 2015 konstant bei 72 Millionen Stück verblieben. Der darin enthaltene Bestand an E-Bikes wird auf rund 2,5 Millionen Fahrzeuge geschätzt.
Siegfried Neuberger: »Das Jahr 2014 war bereits ein sehr gutes Jahr für die deutsche Fahrradindustrie. Deshalb freut es uns umso mehr, dass dieser positive Trend auch im vergangenen Jahr fortgesetzt werden konnte. Gründe hierfür waren natürlich die sehr guten Witterungsverhältnisse, die gesteigerte Nutzung des Fahrrads in der Alltagsmobilität aber auch die gestiegene Bedeutung des Fahrrads als Trendobjekt und Statussymbol. Wir beurteilen diese Entwicklung als solide und dies lässt die Branche weiterhin optimistisch in die Zukunft blicken.«

www.ziv-zweirad.de 

vz/Foto: Michael Bollschweiler

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